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Qualität im dentalen Journalismus: Zeit für Standards bei Fachtexten? (Kommentar)

Qualität ist in der Zahnmedizin ein großes Thema. Vom Qualitätsmanagement für die Praxis bis zur Qualitätsbewertung zahnärztlicher Therapie erhält es immer neue Facetten. Auch bei der Vermittlung therapeutischer und produktbezogener Informationen, zum Beispiel mithilfe von Fallberichten, geht es nicht ohne Qualität. Dentaljournalistische Standards sind aber bisher, wie übrigens auch in anderen Fachgebieten, kaum vorhanden. Dies ist der Versuch, einige Eckpunkte für hochwertige Fallberichte zu benennen.

Vor einiger Zeit formulierte ein deutscher Hochschullehrer ärztliche Kriterien, die bei jedem Fallbericht zu beachten sind.[2] An erster Stelle steht die Ethik.[1] Eine verantwortungsvolle Therapie ist immer mit den geltenden Grundsätzen vereinbar, zum Beispiel mit Teilen des Genfer Gelöbnisses und dem „primum nihil nocere“ (zuerst einmal nicht schaden) des römischen Arztes Scribonius Largus. Die Therapie-Entscheidung muss auf einer gründlichen Anamnese und Befunderhebung beruhen. Patientenwünsche und Therapiealternativen sollten benannt und anhand von Risiko- und Prognoseabschätzungen diskutiert werden.[2]

Prognose und Ergebnis diskutieren

Ein wirklich guter Fallbericht erfüllt grundsätzliche Anforderungen, die auch an hochwertige wissenschaftliche Zeitschriften gestellt werden. Deshalb sollten die Ausgangsbefunde und das Endergebnisses ausreichend detailliert dargestellt werden. Das Endergebnis sollte anhand der anfangs formulierten Prognose diskutiert werden. Wurden die Ziele erreicht? Gibt es messbare Parameter, um das Ergebnis und im Idealfall den Erfolg zu bewerten? War der Patient oder die Patientin zufrieden? Decken die Ergebnisse auch längere Zeiträume ab oder ist nur das Ergebnis unmittelbar nach Abschluss der Therapie verfügbar?

Im Zentrum von Fallberichten stehen zahnärztliche, chirurgische und zahntechnische Abläufe. In welcher Weise diese anhand von Fotos und Grafiken mit aussagekräftiger Bildlegende und präzisem Text dargestellt sind, ist mit entscheidend für die Qualität eines Fallberichts. Doch das ist nicht alles. Wer einen guten Fachartikel schreiben will, sollte, soweit vorhanden, die wissenschaftliche Evidenz zum beschriebenen Verfahren kennen. Wichtig ist auch die produkt- und anwendungsbezogene Literatur, also bereits publizierte Fallberichte, Fortbildungsberichte und Produktunterlagen zum Thema. Fachautoren stützen sich im Sinne der Strukturqualität auf eine solide journalistische Ausbildung, ein umfangreiches Archiv und im Idealfall eine wissenschaftliche Datenbank.

Therapierelevanz und Crossmedia

Ein Fallbericht ist nur so viel wert wie seine therapierelevanten Inhalte. Welche Informationen sind für den Leser wirklich wichtig? Und wie werden sie in optimaler Weise vermittelt? In vielen Fällen schreibt der Urheber einer Falldokumentation, also der Zahnarzt, Chirurg oder Zahntechniker, den Fallbericht nicht selbst. Dann kommt es auf eine optimale Kommunikation an, die nach den Grundsätzen der Teamarbeit ablaufen sollte. Hier geht nichts ohne die Kompetenz des Schreibenden, in fachlicher, journalistischer und in kommunikativer Hinsicht.

Die crossmediale Verschmelzung von (Fach-)Infomationen nimmt rasant zu. Schon heute werden Therapiekonzepte im Internet nicht nur in Form von Texten und Einzelbildern (Online-Artikeln), sondern auch von Videos oder Podcasts angeboten. In Zukunft wird die weitere Verlinkung von Inhalten die Informations- und CE-Angebote von Verlagen und Industrie, sicher auch in neuen Kooperationsformen, weiter verbessern. Die gezielte Nutzung dieser Angebote könnte sich positiv auf die Qualität der zahnärztlichen Versorgung auswirken. Doch das gilt nur, wenn die Qualität der Inhalte nachvollziehbaren fachlichen Standards entspricht.

 

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Wie lässt sich wissenschaftliche Erkenntnis in die Praxis übertragen? Im Licht neuester Studienergebnisse diskutierten die Referenten des Osteology Symposiums im März dieses Jahres mit über 500 Besuchern ihre Therapiekonzepte. Schwerpunkte waren eine neu entwickelte Kollagenmatrix für das Weichgewebsmanagement und eine regenerative Periimplantitis-Therapie ... Der vollständige Artikel als PDF

 

 

Tuschezeichnung (Keramikschichtung mit IPS d.SIGN von Ivoclar Vivadent) mit freundlicher Genehmigung von Meisterkeramiker Shigeo Kataoka, Osaka Ceramic Training Center, Japan